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Donnerstag, Mai 07, 2009

Swain 2


Verwundert reibt sich Veronaville die verträumten Äugelein. Wie hat es Bianca Monty geschafft, den Giftanschlag an ihrem Bruder einem anderen in die Schuhe zu schieben und völlig ungeschoren davonzukommen? Ganz einfach, sie hat nicht nur ihre Seele an den Teufel verkauft, sondern auch noch den Leibhaftigen zum Ehemann genommen! Im Krieg und in der Liebe sind bekanntlich alle Mittel erlaubt, und den Palazzo Monty wird sie erobern, koste es was wolle - und wenn es die Ehe mit Satan ist. Der als bürgerliches Pseudonym Eric Swain gewählt hat, aber nicht daran denkt, Hörner, Schwanz oder rote Hautfarbe zu kaschieren


Bianca Swain findet ihren gehörnten Eric zugegebenermaßen total sexy - abgesehen von der Sache, daß sie jeden Morgen die durchlöcherten Kopfkissen auswechseln muss. Schließlich läuft er den ganzen Tag nackig herum, da kann man bei einem solch gut gebauten Teufel auch schon mal Stielaugen bekommen. Oder gleich ein Baby, das einmal als Stammhalter auf dem alten Stammsitz einziehen soll. Auch wenn sie mal unbedingt etwas gegen die Bindehautentzündung des kleinen Uriel unternehmen muss - ob wohl Tropfen helfen?

Mittwoch, April 01, 2009

Montague 2


Nur weil sich Schwesterherz Beatrice bei ihrem Dschinn einen massiven Vermögenszuwachs bestellt hat, bedeutet das noch lange nicht, daß Benedick nun das Geschirr nicht mehr abzuwaschen braucht, sondern verschmutztes Porzellan gleich in der Mülltonne versenkt! Da greift sich Antonio Montague doch an den Kopf, wenn er aus der neuen Burg tritt und dies beobachten muss.
Finanziert wurden die neuen Schlossmauern übrigens tatsächlich durch's großzügige Geschenk des orientalischen Flaschengeistes. Der nicht begeistert war, als die Tochter des Hauses ihn nach drei erfüllten Wünschen wieder in die verrostete Öllampe zurück stopfte. Kein Wunder, daß er lila angelaufen ist. Seine Versuche, Beatrice mit riesigen Geldsäcken, die vom Himmel fallen,zu erschlagen, liefen ja leider fehl. Immerhin wird die ganze Familie nun während der Nacht permanent vom Türklingeln liebestoller Nachbarn geweckt. Selbst schuld, wenn man sich betörende Schönheit wünscht!


Der verschwenderische Benedick wird vom Vater deswegen ins Kreuzverhör genommen. Die neue Familienburg hat das Geldsäckel bis zur Neige geleert (den Rest hat die Gebühr für's Standesamt besorgt, um wieder zum altehrwürdigen Montague-Nachnamen zurückzukehren), deshalb muss das Geschirr nun wieder mit Spüli recycelt werden! Antonio hat ja selbst schon zu Sparmaßnahmen gegriffen und den einstigen Putzmann Robi Copur als Liebhaber im Haushalt aufgenommen, um somit dessen Gehalt einzusparen. Damit begibt er sich zwar auf die selbe Stufe wie sein verhasster Neffe Mercutio (der seinen Mohren sogar ehelichte! Was für ein Skandal!), hat aber nicht vor, diesen Umstand an die große Glocke zu hängen.


Antonios (bisher gescheiterten) Pläne, sich selbst samt Kronprinz Benedick wieder auf dem Familiensitz zu etablieren, erhalten Auftrieb, als sich seine Schwester Bianca mit ihm versöhnen will. Mit solch einem intriganten Weibe als Verbündete sollte der Palazzo Monty doch im Nullkommanix zurückerobert sein! Als Zeichen der neuen Entente Cordiale hat ihm Bianca sogar ein Riesenpaket köstlicher Belgischer Pralinen mitgebracht!

Mittwoch, März 25, 2009

Monty 2


Die Flaggen vorm Palazzo Monty hängen auf Halbmast, denn die Matriarchin des Familienclans hat das Zeitliche gesegnet. Isabella wird in der Kapelle aufgebahrt, damit ihre zahlreichen Nachkommen gebührend Abschied von ihr nehmen können - doch lediglich ihr Enkel Mercutio mag sie beweinen, ihre Tochter Bianca hält ihr stattdessen einen Handspiegel vor die Nase, um zu sehen, ob die Mutter noch atmet, damit sie bedenkenlos deren Gemächer plündern kann.
Die alte Dame hat es ihrer Familie auch nicht leicht gemacht die letzten Tage - war sie nach dem Tode des Gatten doch dem Wahnsinn verfallen und hat sich ausschließlich um ihren bemalten Backstein gekümmert, der nun an ihrer Seite in der Familiengruft bestattet wird.


Auch Onkel Antonio kommt vorbei, um sein Erbe anzutreten - und ist mehr als erbost, zu erfahren, daß Neffe Mercutio der alleinige Nachlassempfänger ist. Was ihn zu einem spontanen Schwertangriff veranlasst. Ein Glück für Mercutio, daß die Attacke aus Mangel an verfügbaren Schwertern unblutig ausging. Der Onkel hat seither Hausverbot und sinnt auf Rache. Was dem neuen Familienoberhaupt erstmal egal ist, schließlich hat er andere Dinge im Sinn. Seinen ehemaligen Kommilitonen Tom Freshe zum Beispiel, einen afrikanischen Gaststudenten, den er zum Manne seines Herzen gemacht hat. Der Verbindung ist bereits eine Tochter entsprossen, doch Amalthea wird aufgrund der morganatischen Ehe der Väter von der restlichen Sippschaft als illegitim eingestuft.


Romeos Leben gleicht momentan einer emotionalen Wasserrutschbahn. Nachdem ihm Juliet dreist die mentale Pistole auf die Hühnerbrust gesetzt hat, sah er sein Restleben schon in vorbestimmten Bahnen versanden - die nächtliche Eheschliessung in aller Heimlichkeit, die anschließende Verwirrnis mit angeblichen und echten Giften und baldiger Tod. Nichts davon kann ein Tenagerherz so recht begeistern, deshalb beginnt er - sehr zum Verdruss der Herzallerliebsten - sich nach Alternativen umzusehen. Die Welt erscheint dann auch schnell wieder in Rosarot!

Montag, September 01, 2008

Meet Mylady Monty


Kabale und Ränkespiel sind eine Spezialität von Bianca Monty (die andere Spezialität sind ihre leckeren Kartoffelpuffer). Wer sich Lady Macbeth als leuchtendes Vorbild nimmt, sollte sich allerdings vor der drohenden Zwangsjacke und Gummizelle in Acht nehmen; außerdem sind die Kosten für die Handwaschseife astronomisch hoch!
Doch noch triumphiert Biancas brillianter Verstand. Im Gegensatz zu ihren dümmlichen Bruder weiß sie sehr wohl, daß es ein harter Weg sein wird zurück in den elterlichen Palast - den natürlich SIE einst übernehmen wird. Warum also den trostlosen Verbannungsort nicht in eine glanzvolle Villa verwandeln und so der Welt zeigen, daß sie das Zeug zum Villenbewohnen hat? Die huldvolle Geste für die Untertanen und ähnliches Gewürm hat sie eh schon verinnerlicht. Jetzt gilt es nur noch, einen gedungenen Meuchelmörder zu finden, der den Bruder samt sämtlicher Neffen und Nichten von der nächsten Burgzinne schubst. Ein tumber Muskelprotz wie Daniel Pleasant, dessen Hirn in der Unterhose sitzt, kommt Bianca da gerade recht!

Sonntag, August 31, 2008

Meet The Other Montys


Antonio Monty übt vorsorglich herrschaftliche Posen für künftige großformatige Ölgemälde, die sein Abbild zieren werden. Schließlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis er wieder in den Palazzo Montague einziehen und dieser elenden Hütte entfliehen wird, in die ihn der ältere Bruder verbannte. Der Bruder ist nun seit langem tot, der Vater seit kurzem auch und die unfähigen Neffen gewiss ebenfalls bald (natürlich durch traditionelles Gift-ins-Ohr-Träufeln) - und dann, ja dann, wird Antonio wieder gehören, was ihm von Anfang an zustand! Zum Beipiel die Gemäldegalerie, in der dann sein Konterfei hängen wird. Oder das Verfügungsrecht über den Familiennamen, den er baldmöglichst wieder ins ehrwürdige "Montague" umändern möchte. Da lacht sich Antonio schon mal ins durchtriebene Fäustchen.


Beatrice Monty schmollt. Völlig unstandesgemäß musste sie als Kind in härener Domestikentracht herumzulaufen. Da ist die Freude am 16. Geburtstag übergroß, als sie endlich die Klamotten der verstorbenen Frau Mama überstreifen darf. Doch das Gezeter geht von vorne los, denn nun harmoniert die neue Pracht nicht mehr mit dem Hühnerverschlag, in dem sie dank des Zweitgeborenenstatus ihres Vaters hausen muss. Das Geld reicht ja nicht mal für eine Zimmerdecke! Während ihre Cousins mit italienischen Sportwagen zur Schule kutschiert werden, fährt sie dort in einem himmelblauen Kleinwagens mit dem beschämenden Namen "Smoogo Minima" vor! Hoffentlich sind die Vettern bald aus dem Wege geräumt, dann wird der nächstbeste Fürst mit einer großen Mitgift geködert und das Elend hat ein Ende!


Benedick Monty hingegen ist mehr als glücklich mit dem Leben abseits des höfischen Protokolls. Sollen seine beiden Cousins doch im steifen Hofzeremoniell des Palazzo Montague glücklich werden, er jedenfalls wäre es NICHT! Ihn zieht es zu den Brettern, die die Welt bedeuten, was der Vater niemals verstehen, geschweige denn akzeptieren wird. Als Kind hat er mit dem Grübeln über Sein oder Nichtsein begonnen (mit einem wassergefüllten Ballon als Schädelersatz), der Kleinwagen des Vaters diente als imaginäres Helsingör. Nun übt er fleißig die Rede zum Saint Crispin's Day (auch wenn seine blöde Schwester der Meinung ist, er posiere dabei nicht wie ein König am Vorabend der Entscheidungsschlacht, sondern wie ein tuntiger Cocktailkellner). Pf!