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Dienstag, Mai 12, 2009

Kim 2


Als ihre Tage samt Kopfschmerzen und Bauchkrämpfe diesmal ausblieben, legte sich Cynthia Kims Botox-gestählte Stirn in Sorgenfalten. Sollte es wirklich schon so weit sein und die unbarmherzigen Wechseljahre sie in neue Rollenfächer treiben? Dabei fühlt sie sich viel zu jung, um die Mutter der jungen Filmheldin zu spielen, die sie selbst eben noch war! Zudem augenblicklich ihre neue "Cynthia's Secret"-Kollektion mit angesagten Animal Prints zu einem Mega-Hit auf dem Teleshopping-Kanal zu werden verspricht.
Aber noch größer wird der Schock, als dem Ausbleiben der Monatsblutung eine deutliche Ausbeulung der Taillengegend folgt! Cynthia kocht schon einmal vorsorglich Kohlsuppe auf Vorrat, um nach der ungewollten Schwangerschaft schnell wieder in Hosengröße 26 zu passen.


Justin freut sich riesig über seinen neuen kleinen Bruder, dem seine Eltern den Namen Kim verpasst haben. Mit einem Namen wie Kim Kim bleibt einem ja letztendlich nichts anderes übrig, als im Showbusiness Fuss zu fassen und schon jetzt sind Robert und Cynthia eifrig bemüht, einen Windel-Werbevertrag für das Baby an Land zu ziehen.
Der große Bruder wiederum ist weiterhin eifrig damit beschäftigt, seine Beliebtheit bei Teenie-Fans auszuweiten. Ein besserer Plan, als auf seiner FaceBook-Seite Digitalfotos von sich in Unterwäsche zu veröffentlichen, kommt ihm nicht in den Sinn. Und selbst beim Blick in den Spiegel fällt ihm nicht auf, daß er unverkennbar asiatische Gesichtszüge hat, obwohl seine Eltern so gänzlich europäisch dreinschauen.


Nur ein Familienmitglied liebt Klein-Kim Kim noch mehr als seinen großen Bruder - Gabby, die treudoofe Dalmatinerhündin, die in der damaligen Fernsehserie die Rolle des Bordtechnikers Spotty spielte (halb Hund, halb superintelligenter Androide!). In der Realität kann Gabby nicht mal einen Schraubenzieher in ihren Pfoten halten, dafür hat sie aber jede Menge Liebe zu vergeben. Und Hundefutter, das Kim Kim weitaus leckerer findet als Cynthias abgepumpte Muttermilch - die dank ihrer Diät einen scheußlichen Beigeschmack nach Kohlgemüse hat.


Auch Robert ist voll des Glücks. War eben doch eine gute Idee gewesen, seiner Frau Tic-Tacs ins Anti-Babypillendöschen zu schmuggeln. So ist er doch noch zum ersehnten biologisch eigenen Nachkommen gekommen. Um Cynthias Figur nicht zu ruinieren, wurde Justin nämlich einst einer vietnamesischen Familie abgekauft... äh... adoptiert. Was dieser im Übrigen nicht weiß und auch nie erfahren soll, denn seine Adoptiveltern lieben ihn deshalb nicht weniger.
Kim Kim indessen genießt die künstlerische Früherziehung einer Entertainer-Familie. Als Gute-Nacht-Geschichte gibt es die Memoiren von Wim Thoelke, und der stolze Papa rührt fleißig die Werbetrommel für den Kleinen als künftigen Kinderstar.

Freitag, September 26, 2008

Meet The Kims

Die Kims sind in SimCity bekannt wie bunte Hunde, denn sie haben in einer überaus populären Science-Fiction-Familienserie mitgespielt. Doch sinkende Einschaltquoten veranlassten den produzierenden TV-Sender, einen lustigen Schimpansen und ein reizloses Mauerblümchen, das sich irgendwann in einen schönen Schwan verwandeln sollte, einzubauen. Diese verzweifelten Versuche, dem Publikumsgeschmack hinterherzuhecheln, nutzten nichts - die Serie wurde eingestellt, als der traumatisierte Schimpanse das Mauerblümchen biß und dieses daraufhin die Sendeanstalt verklagte.


Cynthia Kims Versuche, ihre Schauspielkarriere wiederzubeleben, sind allesamt gescheitert - was daran liegen mag, daß dank der zahlreichen Botox-Injektionen sämtliche Gesichtsmuskeln lahmgelegt sind und sie zu keinerlei Mimik mehr fähig ist. Die einzige Möglichkeit, weiterhin im Fernsehen aufzutreten, ist eine Rolle als Tatort-Leiche. Cynthia ist verzweifelt! Nun bleibt ihr nur noch die selbstentworfene Unterwäschekollektion, die sie bei QVC in einer Dauerwerbesendung anpreist. Ob sie wenigstens diesen Sendeplatz lange halten kann, ist zweifelhaft, denn erstaunlicherweise sind ihre raubtiergemusterten Formslips mit Bauchweg-Effekt ein absoluter Ladenhüter.


"Cthulhu, hilf!" fleht Robert Kim täglich die göttlichen Entitäten an. Das häusliche Leben ist ein Alptraum geworden, seit die gesichtsversteinerte Gattin ihre zunehmende Frustration mit dem Entwerfen von erotisch absolut abtörnender Unterwäsche kompensiert. Wie gut, daß es noch Fan-Conventions gibt, auf denen er weiterhin von Nerds und anderen Losern die Anbetung erfährt, die ihm von der Gattin verweigert wird. Und diese Idioten kaufen auch den ganzen Plastikramsch von Andenken an seine einst so erfolgreiche Fernsehkarriere. Nervous Subject z.B. ist ganz aus dem Häuschen, als ihm vom Lieblings-Star persönlich die Replik des Kim-Familien-Raumschiffes aufgeschwatzt wird.


Justin Kim weiß um die geringe Haltbarkeit des Ruhmes von ehemaligen Kinderstars. Seine Idee, als Trainer für Filmtiere wenigstens weiterhin an Sets und Drehorten herumlungern zu können, scheitert schon am ersten Dressurtier, seinem begriffsstutzigen Kater, der partout nicht durch den brennenden Reifen springen will.
Wie gut, daß die Kim-Serie im Ausland nach wie vor ein Riesenhit ist. Justin jedenfalls bereitet sich schon einmal gut auf seine künftigen Rollen als androgyner Mädchenschwarm in Japan vor!