Mittwoch, September 30, 2009

Pantycreamer // Woche 1


"Das ist ja zum Haareraufen!" denkt sich Guy Pantycreamer. Da muss er schon in einem Schuhkarton auf einer ansonsten häuserleeren Insel wohnen (auf der trotzdem jede Menge Publikumsverkehr herrscht - ständig latschen anscheinend obdachlose Muskelprotze am Haus vorbei!), und da wird ihm nicht mal ein Kaching, geschweige denn ein Motherlode gegönnt, um die Hütte mit mehr als einem schmalen Strohbett, einer Eimertoilette und einem billigen Spiegel auszustatten. Und nun darf er sich ein erbärmliches Zubrot als Dancercise Instructor verdienen, um sich auch mal ein Poster an die kahle Mauer kleben zu können. Dabei hat er nicht den blassesten Schimmer, was Dancercise überhaupt ist!
Zumindest kommt unser Held durch's viele Haareraufen auf die ausgezeichnete Idee, daß es ihm weitaus besser steht, wenn er die Haare nicht zum Igel gelt. So ein fluffiger Scheitel macht doch gleich viel mehr her. Und zu 'nem coolen Poster hat's ja auch gereicht!

Dienstag, September 29, 2009

Say Hello And Wave Goodbye


Nach intensivem Austesten von Sims 3 bin ich zur Überzeugung gekommen, daß der Nachfolger meines Lieblingsspiels viele großartige Seiten hat: Das Umfärbetool ist die beste Erfindung seit Toastbrot in Scheiben, die Verformung von Körper und Gesicht ist (dank diverser Modifikationen) bestens dafür geeignet, großartige Sims abseits des EA-Pfannkuchens zu zaubern, und die offene Nachbarschaft ist wider meines Erwartens ein wirklicher Gewinn.

Trotzdem langweilt es mich mittlerweile unsäglich. Sich auf jeweils eine Familie festlegen zu müssen und die Kontrolle über alle anderen an eine phantasielose KI abgeben zu müssen, an diesen Umstand kann ich mich nicht gewöhnen. Zudem stört mich massiv die Richtung, die EA mit dem dritten Teil einzuschlagen verspricht. Zielorientiertes Gameplay in einem Endlosspiel? Wer kommt auf solche dummen Ideen? Dazu kommen noch andere Ärgernisse wie z.B ein unverschämt überteuerter Store oder angekündigte Add-Ons zu Phantasiepreisen, die mich langsam aber sicher von der Marke "Sims" erstmal Abstand halten lassen.



Gründe genug also, um wieder zu Sims 2 zurückzukehren. Und tatsächlich, das war ein flaumig-wohliges Gefühl, erneut in dieses wunderbare Spiel eintauchen zu können!
Ergebnis von einer Woche Vorarbeit (die mit dem Erschaffen von 340 eigenhändig geformten Townies/Downtownies/Studenten - selbstverständlich alle männlichen Geschlechts - verbracht wurde) ist eine Nachbarschaft namens Flamingo Beach. Jawohl, mir fallen einfach keine neuen Namen ein ;) Denn die örtliche Universität, wie könnte es anders sein, heißt natürlich Barbra Streisand College.
Aber ansonsten ist alles niegelnagelneu. Das alte Flamingo Beach, mit dem ich auch dieses Blog begann, war auf einem umfangreichen Gelände erbaut und hatte unzählige Nebennachbarschaften (u.a. drei Unis). Dementsprechend endlos waren die Ladezeiten. Nun werden die eigentliche Stadt, eine Downtown und eine Universität auf jeweils eine kleine Insel von Simsanne gequetscht.
Zudem hatten die Sims 2- Erweiterungen stets nicht nur neue Zusatznachbarschaften, sondern auch jedesmal eine Unzahl weiterer Sims ins Spiel geschwemmt. Im alten Flamingo Beach hatte ich deswegen am Ende über 1400 Sims herumgeistern, natürlich allesamt die Gesichtsbaracken, die wir von EA/Maxis ja schon gewohnt sind. Nun spiele ich ja schon lange mit leeren NB-Templates, was auch diese Zahl massiv schrumpfen ließ. Traumhaft!

Aber nun Schluß mit dem Blabla. Ich möchte euch hiermit Guy Pantycreamer vorstellen, dessen Familie von nun an nicht nur die bisher noch leere Insel besiedeln wird, sondern auch hier hoffentlich mit ihren kleinen Anekdoten die Seiten füllt. Nippel ahoi!

Montag, Juni 22, 2009

Tinker 2


Oh wie peinlich ist DAS denn? Melody Tinker schämt sich in Grund und Boden. Ausgerechnet heute, wo ihre schulische Zukunft auf dem Spiel steht, setzt ihr Umfeld anscheinend alles daran, den Sprung auf die hochangesehene Privatschule zu vereiteln!
Da hat sie schon dem Direktor der Agatha-Knautschgesicht-Akademie für brave Mädchen jede Menge Honig ums sabbernde Maul geschmiert und ihm ein extrazartes Filet Mignon aufgetischt, und dann setzt sich ihre Mutter im PINKFARBENEN AEROBIC-ANZUG mit an den Tisch. Zudem sich noch die hochschwangere Nina Caliente dreist selbst eingeladen hat und nun Vergleiche zwischen dem blutigen Fleischstück und ihrer baldigen Nachgeburt anstellt.


Der Direktor fand den Abend wider Erwarten ganz erfrischend, vor allem, als Wanda auch noch zum Nachtisch die Familienhymne anstimmt. So etwas hat er in seiner Laufbahn gewiss noch nicht erlebt, deswegen wird Melody stante pede angenommen
Als Wanda die frohe Kunde ihrem Steven mitteilt, will sie es sich auch nicht nehmen lassen, ihren Gatten in den prallen Po zu kneifen. Mag dieser auch sichtlich gealtert sein, Wanda findet ihn weiterhin hinreißend!


Aus Protest gegen ihre enervierend gutgelaunten Eltern hat Melody sich zur Rebellion entschlossen. Und das jetzt, wo es schulisch so gut läuft. Ausgerechnet den fiesesten Rabauken von Bluewater Village hat sie sich als festen Freund ausgesucht.
Und zu Melodys diebischer Freude sind Wanda und Steven nur wenig euphorisch. Buck Grunt als zukünftigen Schwiegersohn in die Arme schließen zu müssen, das ist kein schöner Ausblick. Wie auch der Anblick der beiden Turteltäubchen in halbnacktem Zustand nicht schön ist - die besorgten Eltern traf beinahe der Schlag, als sie die beiden auf dem Sofa beim Petting erwischten. Das Melody ihnen als Hausaufgabe für den Grundkurs Wrestling verkaufen wollte.


So läßt die leidgeprüfte Mutter auch frei heraus die Krokodilstränen fließen, als sie ihren Pokerfreundinnen das Herz ausschüttet. Natürlich sind allesamt voll des Mitgefühls - der junge Buck ist als Rüpel bereits verschrieen und keine möchte ihn in der Nähe der eigenen Kinder wissen.
Denise Jacquet nutzt allerdings diese Gelegenheit, um unbeobachtet in die Karten der flennenden Nachbarin zu linsen. Deswegen lächelt sie so tiefgründig, schließlich hat Wanda ein ganz mieses Blatt auf der Hand.


Steven hat die Idee seiner Frau aufgegriffen und den Verein "Söhne des afrikanischen Kontinents" gegründet. Die Vereinsmitglieder Darren Dreamer und Oberon Gossamer werden regelmäßig zusammengetrommelt. Oberons Vorfahren haben zwar nie den Boden Afrikas berührt, aber zumindest hat er die richtige Hautfarbe - Steven muss einfach nehmen, was ihm über den Weg läuft. Und Oberon sieht dies als gute Gelegenheit, um Darren zu verführen, Der davon noch nichts ahnt und äußerst gelangweilt Stevens Bongo-Künsten lauscht. Eigentlich hatte er nämlich gehofft, es gäbe hier kostenlose Häppchen.

Freitag, Juni 19, 2009

Eins, zwei oder drei


... Du musst Dich entscheiden... *lalalalaaa*.
Zuerst einmal: Mich gibt es noch, nur gibt es zuhause dank Großbaustelle momentan keine Telefon/Internetverbindung, was das Aktualisieren meiner beiden Blogs doch recht erschwert.
Dann hat mich wider Erwarten tatsächlich die Sims3-Sucht gepackt und seit Erscheinen des Spieles werden die Möglichkeiten fleißig ausgelotet.
Mein bisheriger Eindruck: Das Selbsteinfärben und -gestalten begeistert mich über alle Maßen. Das Spielprinzip der autonomen Nachbarschaft hingegen weniger. Meine Seifenopern erschaffe ich schon lieber selbst, deswegen werde ich auch Sims 2, der Maxistown, Nemo Sum und Sim-Petzi nicht untreu werden. Momentan ist natürlich die herrlich kurze Ladezeit des Nachfolgers noch allzu verlockend, so daß ich dann doch meist auf's neue Symbol klicke, um sogleich losspielen zu können.

Dieses Blog ist noch lange nicht tot und wird - bis auf meinen unglaublich niedlichen ersten Sims3-Kerl Leo - auch nicht von heute auf morgen mit Sims3-Bildern vollgestopft. Die habe ich vorerst hierhin verlagert, bis ich mich eventuell doch noch mit dem neuen Spielprinzip anfreunde (eher unwahrscheinlich) oder dieses meinen Bedürfnissen besser angepasst wird - entweder von Seiten EAs oder durch Mods der Spieler.

Mittwoch, Mai 27, 2009

Ramirez 2


Daß Schach eine der gefährlichsten Sportarten der Welt ist, ist ja nun jedem bekannt. Trotzdem fordert das Spiel der Könige jährlich tausende von Sims-Leben. Auch Checo Ramirez unterschätzte die tödlichen Gefahren dieses suchterregenden Zeitvertreibs. Beim Nachgrübeln darüber, die Spanische Partie mit der Archangelsk-Variante zu verknüpfen, um damit die Capablanca-Strategie zu unterlaufen, vergaß der passionierte Spieler, daß ein rapider Wintereinbruch mit 50 cm Neuschnee angekündigt war und er beim Freiluftschach nur einen Pyjama trug.


Die frischgebackene Witwe Lisa und die halbverwaiste Tessa sind zu Recht verzweifelt. Wie sollen sie nun durch's Leben kommen, jetzt wo ihnen ein bekannter schwedischer Möbelhersteller den florierenden Laden unterm Hintern wegen Urheberrechtsverletzung weggeklagt hat?
Lisa musste einen Job als Labor-Testobjekt annehmen, was sich nun garnicht mit ihrer Medikation verträgt; und auch Tessa kommt nicht umhin, nach der Schule als Model für scheußliche babyblaue Omikostüme zu jobben (die Nachfrage nach scheußlichen babyblauen Omikostümen ist in den Branchen Justiz, Wirtschaft und Politik riesig!).


Dabei hat das Mädel mit der Pflege der verrückten Señora Ramirez schon genug aufgebürdet bekommen. Ständig darauf aufzupassen, daß sie ihre Medikamente nimmt und nicht in Unterwäsche draußen auf dem Rasen kauert, um an den Blumen zu schnuppern, das wächst sich langsam zur Vollzeitaufgabe aus.
Und es ist so peinlich, beim Rumbusseln Freundin Jill Smith zu erklären, warum Mutti genau diesen Moment erkürt, im Wohnzimmer das Seilspringen zu üben!

Dienstag, Mai 26, 2009

Larson 2


Keinem Sim in Bluewater Village blieb ein Auge trocken, als die Nachricht von Michael Larsons traurigem Ableben die Runde machte. Zu schrecklich klingt die Tragödie um den wegen seiner lustigen Scherze allseits beliebten Briefzusteller, der beim unschuldigen Wolkenbegucken von den Schrottteilen eines ausrangierten ostdeutschen Spionagesatelliten zermalmt wurde.
Seine Witwe Jodie läßt allerdings ein angemessenes Maß an Trauerarbeit vermissen. Die kleine Witwenrente wird in heiße Wäsche von Cynthia's Secret investiert und schon geht es erneut auf Männerfang.


Agent Mole will nun doch mit der Tradition brechen - statt des Bond-Girls muss es auch ein Mole-Boy tun, wenn der doch laut des Find-A-Mate-Crystalballs weit besser zu ihm passt. Seit dem Fehlstart im Schwing-Dei-Ärschle-Nachtclub stellt er nun Jodies breitem Bruder nach. John bringt sogar sein eigenes Kissen für die Übernachtung mit, doch Jason scheint den Enthusiasmus des übereifrigen Verehrers weiterhin nicht teilen zu wollen.


Jodie ist dank des Animalprints auf ihren Dessous fündig geworden. Wer könnte auch Nein sagen, wenn eine wiedergeborene Betty Geröllheimer die Höhle betritt? 'Wieso Höhle?', wird sich der geschätzte Leser jetzt fragen. Nun, Martins Bruder Joshua lebt seit dem Ende seines Studiums zu Forschungszwecken in der Rekonstruktion einer Neanderthalerbehausung - der Praxis-Anteil in seiner Doktorarbeit über das Alltagsleben im Mittelpaläolithikum ist hoch!
Seither ist Joshua zwar ein wenig enttäuscht, daß besagte Damenwäsche nun meist durch ein strenges Kostüm verborgen ist, dafür freut er sich, nasskalten Tropfstein gegen Fussbodenheizung eingetauscht zu haben. Nur an der Garderobe hält er weiterhin fest, was wiederum ein spezieller Wunsch seiner neuen Gemahlin ist.


Mauritz heißt das Jodies Kind aus erster Ehe, und dessen Onkel stellt sich gerne als Vaterersatz zur Verfügung, so vernarrt ist Jason in den niedlichen Fratz.
Vernarrt ist er allerdings leider auch in den neuen Schwager, aber bei einem geschlitzten Lendenschurz können einem Mann verständlicherweise schon mal die Augen übergehen. Ob seine Schwester jedoch Verständnis dafür aufbringen wird, ist zu bezweifeln. Da wird die Ausrede schlecht zünden, daß nur eine kräftige Männerhand den verspannten Rücken so gut durchkneten kann!

Montag, Mai 18, 2009

Landgraab 2


Malcolm Landgraab IV betrachtet sein Spiegelbild mit tiefer Traurigkeit. Da hat er nun Tausende von Simoleons durch den Verkauf seines Nachtclubs verdient (in dem kaum jemand sein Ärschle schwingen wollte) und alles in die Innendekoration seiner zuvor so ärmlich ausgestatteten Villa gesteckt. Aber Geld und schönes Ambiente genügen wohl nicht - setzt er einmal die Sonnenbrille ab, gefriert das Lächeln all der schönen Damen, die als Gast in seinen Wänden weilen, angesichts des schauderhaften Brauenbogens, der sein Gesicht in das des fehlenden Verbindungsgliedes von Affe und Mensch verwandelt. Wie soll er also endlich eine liebende Partnerin finden und mit der Produktion von Malcolm Numero 5 beginnen?


Ein Glück, daß der Fisch, den er letzthin auf dem Markt erstand, in ein altes Zeitungsblatt gewickelt war. Sonst wäre er nie über diese Bekanntschaftsannoncen gestolpert. Die erste Dame, die er erreichen will, klagt über das Baby, das gerade gegen die Innenwände ihres gewölbten Bauches tritt. Die zweite hat durch eine Fernsehshow bereits ihr Eheglück gefunden* und der Telefonanschluss der dritten wurde anscheinend kürzlich lahmgelegt. Doch bei der vierten hat er endlich Glück - die bezaubernde Lola ist erfreulicherweise sehr gewillt, umgehend in seine Arme zu fallen und sogleich das Aufgebot zu bestellen. Bisher ist es ihm auch gelungen, die Sonnenbrille selbst in den dunkelsten Räumen aufzubehalten - was ihm auch schon mal eine ordentliche Beule einträgt, wenn er gegen eine Wand läuft. Sorge bereitet jetzt nur die Hochzeitsnacht - ob Lola sich wohl vor dem Techtelmechteln freiwillig die schönen Augen verbinden läßt?

*Enthüllungsbericht folgt in Kürze

Dienstag, Mai 12, 2009

Kim 2


Als ihre Tage samt Kopfschmerzen und Bauchkrämpfe diesmal ausblieben, legte sich Cynthia Kims Botox-gestählte Stirn in Sorgenfalten. Sollte es wirklich schon so weit sein und die unbarmherzigen Wechseljahre sie in neue Rollenfächer treiben? Dabei fühlt sie sich viel zu jung, um die Mutter der jungen Filmheldin zu spielen, die sie selbst eben noch war! Zudem augenblicklich ihre neue "Cynthia's Secret"-Kollektion mit angesagten Animal Prints zu einem Mega-Hit auf dem Teleshopping-Kanal zu werden verspricht.
Aber noch größer wird der Schock, als dem Ausbleiben der Monatsblutung eine deutliche Ausbeulung der Taillengegend folgt! Cynthia kocht schon einmal vorsorglich Kohlsuppe auf Vorrat, um nach der ungewollten Schwangerschaft schnell wieder in Hosengröße 26 zu passen.


Justin freut sich riesig über seinen neuen kleinen Bruder, dem seine Eltern den Namen Kim verpasst haben. Mit einem Namen wie Kim Kim bleibt einem ja letztendlich nichts anderes übrig, als im Showbusiness Fuss zu fassen und schon jetzt sind Robert und Cynthia eifrig bemüht, einen Windel-Werbevertrag für das Baby an Land zu ziehen.
Der große Bruder wiederum ist weiterhin eifrig damit beschäftigt, seine Beliebtheit bei Teenie-Fans auszuweiten. Ein besserer Plan, als auf seiner FaceBook-Seite Digitalfotos von sich in Unterwäsche zu veröffentlichen, kommt ihm nicht in den Sinn. Und selbst beim Blick in den Spiegel fällt ihm nicht auf, daß er unverkennbar asiatische Gesichtszüge hat, obwohl seine Eltern so gänzlich europäisch dreinschauen.


Nur ein Familienmitglied liebt Klein-Kim Kim noch mehr als seinen großen Bruder - Gabby, die treudoofe Dalmatinerhündin, die in der damaligen Fernsehserie die Rolle des Bordtechnikers Spotty spielte (halb Hund, halb superintelligenter Androide!). In der Realität kann Gabby nicht mal einen Schraubenzieher in ihren Pfoten halten, dafür hat sie aber jede Menge Liebe zu vergeben. Und Hundefutter, das Kim Kim weitaus leckerer findet als Cynthias abgepumpte Muttermilch - die dank ihrer Diät einen scheußlichen Beigeschmack nach Kohlgemüse hat.


Auch Robert ist voll des Glücks. War eben doch eine gute Idee gewesen, seiner Frau Tic-Tacs ins Anti-Babypillendöschen zu schmuggeln. So ist er doch noch zum ersehnten biologisch eigenen Nachkommen gekommen. Um Cynthias Figur nicht zu ruinieren, wurde Justin nämlich einst einer vietnamesischen Familie abgekauft... äh... adoptiert. Was dieser im Übrigen nicht weiß und auch nie erfahren soll, denn seine Adoptiveltern lieben ihn deshalb nicht weniger.
Kim Kim indessen genießt die künstlerische Früherziehung einer Entertainer-Familie. Als Gute-Nacht-Geschichte gibt es die Memoiren von Wim Thoelke, und der stolze Papa rührt fleißig die Werbetrommel für den Kleinen als künftigen Kinderstar.

Samstag, Mai 09, 2009

Jacquet 2


Das Chaos beginnt damit, daß die frischgetrauten Ehemänner Gilbert und Calvin Jacquet in Vertrauen auf die Koitus Interruptus-Methode die Kondompackung auf dem Nachttisch einstauben lassen und nun große Augen machen, als die Ergebnisse ihrer lustvollen Nachlässigkeit bei beiden nicht mehr zu verhüllen sind. Nach dem ersten Schock stellen sich die zwei werdenden Väter jedoch mit Begeisterung der gemeinsamen Schwangerschaft. Und was am Ende dabei herauskommt (im wahrsten Sinne!), ist ja auch zu goldig - Blondschopf François und der dunklere Arséne sind echte Prachtbabys.


Genauso blauäugig wie bei der Verhütung gehen die Erzeuger allerdings auch an die Kindererziehung heran. Ab und zu mal ein Fläschchen zu reichen und ansonsten nur mit den Babys herumzualbern reicht eben nicht. Denise Jacquet ist also rund um die Uhr damit beschäftigt, nicht nur die frischgeschlüpften Enkelsöhne zu begroßmuttern, sondern den Papas auch einen Crashkurs in Sachen Windelwechsel und Bäuerchen zu geben. Da bleibt kaum noch Zeit für die Herbstromanze mit Consort Capp, ja sie reicht nicht einmal mehr für eine Mütze Schlaf (abgesehen von dem im Spaghettiteller).


Wenn man nun denkt, daß das Durcheinander nicht größer werden könne, schlägt das Schicksal einem bestimmt ein Schnippchen - oder die Heiratsvermittlerin bringt eine Wunderlampe vorbei. Vom Dschinn wünscht sich Gilbert nicht nur jede Menge Geld (mit dem sich das Anwesen der Jacquets überaus prachtvoll aufpolieren läßt) - nein, auch der Wunsch nach Jugend scheint ihm verlockend, ist er doch um einiges älter als Calvin, der gerade erst sein Studium abgebrochen hatte. Daß der lila Turbanträger ihn dann gleich in einen Teenager zurückverwandeln würde, das findet selbst Gilbert übertrieben. Ganz zu schweigen von seiner Mama, die nicht noch einmal die pubertäre Phase ihres Sohnes durchleiden will.


Und auch Calvin ist alles andere als begeistert auf die Aussicht, nun wegen Verführung Minderjähriger verklagt werden zu können, nur weil sein Ehemann plötzlich ein Fünfzehnjähriger ist. Ein überaus aufsässiger Fünfzehnjähriger obendrein, der auch mal unerlaubt Muttis Auto für eine Spritztour entwendet, obwohl er eigentlich wegen des Umgangs mit Flaschengeistern Hausarrest für die nächsten zwei Wochen hat!

Freitag, Mai 08, 2009

Delarosa 2


Eigentlich sollte Florence Delarosa so richtig miese Laune haben. Ruiniert ihr doch nicht zum erneuten Male so ein blöder Wolf das konvexgeometrisch angelegte Blumenbeet, auf dem die Stiefmütterchen als Teilmenge des reellen n-dimensionalen Raumes zur Veilchenmenge gepflanzt wurden. Und nun ist das erhoffte Frühlingsblumen-Dodekaeder natürlich versaut.
Trotzdem läßt sich das Mathematikgenie von Mutter Natur nicht die Laune verderben, denn die ist augenblicklich blendend dank Ashlee. Ashlee, die den Wildblumenstrauss in oktogonal geradlinigen Koordinaten zu Basisvektor E bindet und Klamotten trägt, die mit Mandelbrot-Mengen bedruckt sind.


Florence und Ashlee sind also so kompatibel wie ein kartesisches Produkt, und stochastisch gesehen sollte die Beziehung halten bis ≈ ∞. Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre - oh wie Florence die Unwägbarkeiten des Lebens hasst! Denn ihre große Liebe sehnt sich nach einem Kind, doch dann, so befürchtet Florence, wäre der Chaostheorie Tür und Tor geöffnet und ihr Leben würde sich in ein nichtlineares dynamisches System verwandeln. Nicht auszudenken!

Donnerstag, Mai 07, 2009

Swain 2


Verwundert reibt sich Veronaville die verträumten Äugelein. Wie hat es Bianca Monty geschafft, den Giftanschlag an ihrem Bruder einem anderen in die Schuhe zu schieben und völlig ungeschoren davonzukommen? Ganz einfach, sie hat nicht nur ihre Seele an den Teufel verkauft, sondern auch noch den Leibhaftigen zum Ehemann genommen! Im Krieg und in der Liebe sind bekanntlich alle Mittel erlaubt, und den Palazzo Monty wird sie erobern, koste es was wolle - und wenn es die Ehe mit Satan ist. Der als bürgerliches Pseudonym Eric Swain gewählt hat, aber nicht daran denkt, Hörner, Schwanz oder rote Hautfarbe zu kaschieren


Bianca Swain findet ihren gehörnten Eric zugegebenermaßen total sexy - abgesehen von der Sache, daß sie jeden Morgen die durchlöcherten Kopfkissen auswechseln muss. Schließlich läuft er den ganzen Tag nackig herum, da kann man bei einem solch gut gebauten Teufel auch schon mal Stielaugen bekommen. Oder gleich ein Baby, das einmal als Stammhalter auf dem alten Stammsitz einziehen soll. Auch wenn sie mal unbedingt etwas gegen die Bindehautentzündung des kleinen Uriel unternehmen muss - ob wohl Tropfen helfen?

Montag, April 27, 2009

Summerdream 2


Da das alte Haus der Summerdream stets das Spiel zum Explodieren bringt, wenn man eine bestimmte Wand einreißen will, hat sich die Familie entschlossen, einen Neuanfang zu wagen. In den überwucherten Ruinen Arkadiens wurde deswegen ein standesgemäßes Waldelfenhaus gebaut.


Titania ist immer noch betrübt deswegen, denn der Rest der Familie hat ihr in Erinnerung an psychedelisch gemusterten Teppiche und schreifarbenen Plüschkombinationen strengstens untersagt, sich an der Gestaltung der Innenräume zu beteiligen. Seither läßt sie keine Gelegenheit verstreichen, um nicht doch noch Anregungen zur Umdekoration ins Tischgespräch einfließen zu lassen. "Diese Wand sieht so langweilig braun aus. Wäre sie nicht wesentlich hübscher, wenn sie mit lila und neongrünen Kringeln bemalt wäre?"
Puck ist ewig am Telefonieren. Er hat sich in den Zeitungsjungen verguckt und bestellt nun eine Hobbyzeitschrift nach der nächsten, damit der Angebetete so oft vorbeischaut wie nur möglich.


Oberon übt derweil fleißig seine Bocksprünge. Denn mit seinen muskulösen Bocksbeinen läßt es sich ganz wunderbar auch zur Seite springen. Den letzten Seitensprung hat seine trotz alledem überaus geliebte Titania glücklicherweise noch nicht mitbekommen - der herrlich unbedarfte Dichterfürst am Ende der Strasse ist so verschwiegen wie hinreißend schnuckelig.


Die entmachtete Innendekorateuse schaut in der Zwischenzeit zu tief ins Glas. Der Abriss des alten Traumhauses hat ihr mehr zu schaffen gemacht als sie zugeben mag, und nun nippt sie, um die Welt auf andere Weise wieder bunter zu machen, allzu oft am selbstvergorenen Glühwürmchenwein, den sie gleich einmachgläserweise die Kehle hinunterspült.
Zumindest ist Oberon zur Zeit so bemüht um sie wie schon lange nicht mehr. Etwa ein Grund, um wieder misstrauischer zu werden?


Jeden Morgen setzt sich Puck in dekorativer Pose an die Strasse, wo gleich der süße Zeitungsjunge aufkreuzen muss, schwer schleppend an den Stapeln von langweiligen Zeitschriften wie "Nähen wie es Oma konnte" oder "Autotuning für echte Macker", die der Adressat ungelesen in die Tonne werfen wird - nur um endlich den passenden Moment abzuwarten, an dem der hübsche Junge auf ihn aufmerksam wird und ihn mit hoffentlich zuckersüßer Stimme anspricht (Puck selbst ist zu schüchtern, um den ersten Schritt zu tun). Doch der gelbe Gazettenbote nuschelt stets nur ein knappes "Hi!", bevor er sich errötend wieder von dannen macht. Pucks eigentlich stets blendende Laune droht bald in böses Brauenrunzeln abzugleiten.


Bottom hat diesmal ausnahmsweise nicht die Arschkarte gezogen. Schließlich hat sie den Großen Liebenden von Veronaville von ihren Qualitäten als feste Freundin überzeugen können, nicht diese Juliet, die stets nach Textbuch ihr Leben lebt. Wenn sie ihr Nasenbärchen nun einmal nicht sehen kann, liegt sie schmachtend auf dem Bett herum, um zu seufzen und in Tagträumen zu schwelgen. Da läßt sie sich auch nicht von irgendeiner Dienstmagd aus der Ruhe bringen, die eigentlich das vollgeschmachtete Kopfkissen aufschütteln wollte. Wird sie dann doch mal von der Bettstatt vertrieben, werden im Knuddelz-Chat die Freundinnen neidisch gemacht - ist Bottom doch die erste aus der Clique mit einem festen Freund !!!!!einseinself <3<3<3

Freitag, April 17, 2009

Meet The Starchild-Whipplers


Unter dem Künstlernamen "J!" war Jared Starchild einst ein erfolgreicher Tänzer und Choreograph verlorengegangener Casting-Show-Eintagsfliegen. Nun ist er dank der Zufuhr von zuviel Schokoriegeln (verursacht durch Liebeskummer, denn seine große Liebe hat einen anderen genommen) etwas aus der Form gegangen. Er kann zwar weiterhin einen Luftspagat hinlegen, doch der anschließende Aufprall auf die Erde hat zur Steissbeinprellung geführt. Ein anderes Karrierestandbein muss her, und so wurde Jared zum Impressario und Manager seines alten Kommilitonen, Chaz Whippler.


Auch Chaz trägt ein Pseudonym und ist unter dem Namen DJ Eisenherz in Maxistown als zuverlässiger Lieferant von Klingeltoncharts-Hits bekannt. Aufgrund seiner verblüffenden Ähnlichkeit mit Benjamin Lang war der Ärmste allerdings jahrelang dazu verurteilt, nur mit heruntergeklapptem Helmvisier seine öffentlichen Auftritte zu absolvieren - die kleinen Mädchen sollen weiterhin wegen seiner geheimnisvollen Aura ins Kreischen kommen und nicht wegen seiner bizarren Nase.
Sein neuer Manager und Ehemann hat aber selbst kürzlich sehr erfolgreich sein Gesicht ummodellieren lasse und rät Chaz ebenfalls dazu. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, der Helm wird wohl künftig offen bleiben.


Neues Domizil der vereinten Star-Power ist eine säkularisierte Kirche, die im Winter zwar aberwitzige Heizöl-Nebenkosten abverlangt, aber ein unvergleichlich individuelles Wohn-Ambiente sowie genügend Platz bietet, damit Chaz seine Bühnenchoreographie mitsamt all seinen Backgroundtänzern einstudieren kann. Hier übt er allerdings gerade alleine den "Küss mich, ich bin der Frühling!"-Tanzschritt, der ein unverwechselbares Markenzeichen seiner Live-Show ist.
Das glückliche Paar hat mittlerweile auch für Nachwuchs gesorgt. Um dem Kind gleich den Weg ins Musikgeschäft zu erleichtern, wurde dem Töchterchen der passende Name verliehen. Madonna Starchild-Whippler soll schließlich in spätestens 15 Jahren ihren ersten Nummer-1-Hit abliefern.

Dienstag, April 14, 2009

Roseland 2


Täglich setzt sich Cyd Roseland an seinen iRenaissance Computer, starrt auf den Milchglasmonitor im Butzenscheibenlook und wird erneut von akuter Schreibhemmung befallen. Zu uninspirierend ist die Nachbarschaft, in die er gezogen ist. Wie soll er so je das weltbewegende Drama verfassen, wenn er aus dem Fenster sieht und zuschauen muss, wie sich die Menschen hier gegenseitig Pralinen schenken oder gedankenverloren am Gartenteich sinnieren? Nicht einmal die Teenager üben sich in jugendlichem Liebeswirrsinn, sondern halten Händchen und tragen dazu noch rosa Strampelanzüge. Wo ist die Tragödie in dieser Welt voll schalem Sonnenschein?
Zudem hat sich Cyd anscheinend einen hartnäckigen Virus eingefangen, offenbar von seinem einzigen Freund hier in der Stadt. Ständig ist ihm morgens schlecht. Deswegen hat er sich erstmal selbst Bettruhe verordnet.Vielleicht hilft ihm die Magenverstimmung aber wenigstens beim Abnehmen - in den letzten Tagen hat er einen richtigen Kugelbauch bekommen!

Mittwoch, April 08, 2009

Mittwoch, April 01, 2009

Montague 2


Nur weil sich Schwesterherz Beatrice bei ihrem Dschinn einen massiven Vermögenszuwachs bestellt hat, bedeutet das noch lange nicht, daß Benedick nun das Geschirr nicht mehr abzuwaschen braucht, sondern verschmutztes Porzellan gleich in der Mülltonne versenkt! Da greift sich Antonio Montague doch an den Kopf, wenn er aus der neuen Burg tritt und dies beobachten muss.
Finanziert wurden die neuen Schlossmauern übrigens tatsächlich durch's großzügige Geschenk des orientalischen Flaschengeistes. Der nicht begeistert war, als die Tochter des Hauses ihn nach drei erfüllten Wünschen wieder in die verrostete Öllampe zurück stopfte. Kein Wunder, daß er lila angelaufen ist. Seine Versuche, Beatrice mit riesigen Geldsäcken, die vom Himmel fallen,zu erschlagen, liefen ja leider fehl. Immerhin wird die ganze Familie nun während der Nacht permanent vom Türklingeln liebestoller Nachbarn geweckt. Selbst schuld, wenn man sich betörende Schönheit wünscht!


Der verschwenderische Benedick wird vom Vater deswegen ins Kreuzverhör genommen. Die neue Familienburg hat das Geldsäckel bis zur Neige geleert (den Rest hat die Gebühr für's Standesamt besorgt, um wieder zum altehrwürdigen Montague-Nachnamen zurückzukehren), deshalb muss das Geschirr nun wieder mit Spüli recycelt werden! Antonio hat ja selbst schon zu Sparmaßnahmen gegriffen und den einstigen Putzmann Robi Copur als Liebhaber im Haushalt aufgenommen, um somit dessen Gehalt einzusparen. Damit begibt er sich zwar auf die selbe Stufe wie sein verhasster Neffe Mercutio (der seinen Mohren sogar ehelichte! Was für ein Skandal!), hat aber nicht vor, diesen Umstand an die große Glocke zu hängen.


Antonios (bisher gescheiterten) Pläne, sich selbst samt Kronprinz Benedick wieder auf dem Familiensitz zu etablieren, erhalten Auftrieb, als sich seine Schwester Bianca mit ihm versöhnen will. Mit solch einem intriganten Weibe als Verbündete sollte der Palazzo Monty doch im Nullkommanix zurückerobert sein! Als Zeichen der neuen Entente Cordiale hat ihm Bianca sogar ein Riesenpaket köstlicher Belgischer Pralinen mitgebracht!

Mittwoch, März 25, 2009

Monty 2


Die Flaggen vorm Palazzo Monty hängen auf Halbmast, denn die Matriarchin des Familienclans hat das Zeitliche gesegnet. Isabella wird in der Kapelle aufgebahrt, damit ihre zahlreichen Nachkommen gebührend Abschied von ihr nehmen können - doch lediglich ihr Enkel Mercutio mag sie beweinen, ihre Tochter Bianca hält ihr stattdessen einen Handspiegel vor die Nase, um zu sehen, ob die Mutter noch atmet, damit sie bedenkenlos deren Gemächer plündern kann.
Die alte Dame hat es ihrer Familie auch nicht leicht gemacht die letzten Tage - war sie nach dem Tode des Gatten doch dem Wahnsinn verfallen und hat sich ausschließlich um ihren bemalten Backstein gekümmert, der nun an ihrer Seite in der Familiengruft bestattet wird.


Auch Onkel Antonio kommt vorbei, um sein Erbe anzutreten - und ist mehr als erbost, zu erfahren, daß Neffe Mercutio der alleinige Nachlassempfänger ist. Was ihn zu einem spontanen Schwertangriff veranlasst. Ein Glück für Mercutio, daß die Attacke aus Mangel an verfügbaren Schwertern unblutig ausging. Der Onkel hat seither Hausverbot und sinnt auf Rache. Was dem neuen Familienoberhaupt erstmal egal ist, schließlich hat er andere Dinge im Sinn. Seinen ehemaligen Kommilitonen Tom Freshe zum Beispiel, einen afrikanischen Gaststudenten, den er zum Manne seines Herzen gemacht hat. Der Verbindung ist bereits eine Tochter entsprossen, doch Amalthea wird aufgrund der morganatischen Ehe der Väter von der restlichen Sippschaft als illegitim eingestuft.


Romeos Leben gleicht momentan einer emotionalen Wasserrutschbahn. Nachdem ihm Juliet dreist die mentale Pistole auf die Hühnerbrust gesetzt hat, sah er sein Restleben schon in vorbestimmten Bahnen versanden - die nächtliche Eheschliessung in aller Heimlichkeit, die anschließende Verwirrnis mit angeblichen und echten Giften und baldiger Tod. Nichts davon kann ein Tenagerherz so recht begeistern, deshalb beginnt er - sehr zum Verdruss der Herzallerliebsten - sich nach Alternativen umzusehen. Die Welt erscheint dann auch schnell wieder in Rosarot!

Montag, März 23, 2009

Loste-Frost 2


Wer reich ist, soll das auch zeigen. Und wer nicht reich ist, soll wenigstens so tun, als ob. Dieser Auffassung ist Ellen Frost, und bisher hat es ihr auch nicht geschadet. Auf Pump hat sie sich eine riesige Art-Deco-Villa erbauen lassen, die bisher erst zu einem Bruchteil eingerichtet ist. Und ihre Kreditkarten laufen heiß, wenn sie durch die Boutiquen der Stadt zieht, um sich mit lebensnotwendigen Designerklamotten und Gucci-Handtaschen zu versorgen. Das Geschmeide ist selbstredend von Tiffany und das Badeöl wird aus der Milch jungfräulicher Eselinnen gewonnen. Oder so ähnlich. Aber was Kleopatra schon gut tat, wird auch Ellen nicht schaden, selbst wenn der Milliliter soviel kostet wie ein japanisches Kleinauto. Zu guter Letzt hat sie sich ein Vorzeigeweibchen mit gleichen Vorlieben gegönnt - sowohl für Ellen als auch für Kristen Loste ist das ein Lebensbund, der offenbar im Himmel geschmiedet wurde.


Kritisch wird die Sache allerdings, wenn die Immobilienkrise in eine handfeste Finanzkrise mündet und das ausgeliehene Vermögen in der Luft verpufft. Nun ist Schluss mit lustig, und die bankrotte Bank hat den Damen den Geldhahn abgewürgt. Als die verzweifelte Kristen ihren Boss um einen Gehaltsvorschuss von einer halben Million Simoleons bittet, um wenigstens den begehbaren Schuhschrank mitsamt der kompletten Frühkahrskollektion von Manolo-Blahsims-Pumps abbezahlen zu können, winkt selbst dieser ab. Chester Gieke mag zwar weiterhin Kristen bedingungslos anschmachten, doch muss er augenblicklich auf ein Babyzimmer sparen. Nun ist die Verzweiflung groß - werden die Loste-Frosts etwa ihre Nerzmäntelkollektion verpfänden müssen?